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Reisen und Schwangerschaft



Kinderwunsch auf Reisen



Gerade auf Reisen entsteht häufig ein Kinderwunsch oder zumindest die partnerschaftliche Stimmung, eine Schwangerschaft zuzulassen. Allerdings sollten Sie in diesem Fall das Infektionsrisiko (Körperhygiene, Sex im Urlaub) und die notwendigen Vorbeugemaßnahmen für Ihr Reiseland berücksichtigen: Einige Krankheiten wie Malaria oder Denguefieber können in der Frühschwangerschaft gefährlich sein. Außerdem haben manche Prophylaxemaßnahmen gegen Malaria eine schädliche Wirkung auf den Embryo (insbesondere Mefloquin und Doxycyclin). Sprechen Sie deshalb frühzeitig mit Ihrem Arzt über mögliche Risiken. Die Einnahme von Medikamenten sowie der Genuss von alkoholischen Getränken und Zigaretten sollten Paare mit Kinderwunsch ohnehin weitgehend einschränken.

Schwanger auf Reisen



Während der Schwangerschaft ist der weibliche Körper besonders stressanfällig und empfänglich für Krankheiten. Deshalb sollte die Frau insbesondere während der ersten drei bis vier Schwangerschaftsmonate und in den letzten Wochen kurz vor der Geburt keinen klimatischen und erhöhten körperlichen Belastungen ausgesetzt werden.

Reisen sollten daher möglichst ohne Anstrengung verlaufen - Tauchen, Reiten oder Wasserskifahren und Safaris in unwegsame Gebiete sind riskant - und Ziele mit erhöhter Infektionsgefahr meiden. Außerdem sollten Schwangere immer in Begleitung unterwegs sein. Sorgen Sie auch auf Reisen für eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit, Vitaminen und Mineralstoffen, insbesondere Eisen. Durchfallerkrankungen und damit Flüssigkeits- und Nährstoffverlust sind gefährlich während der Schwangerschaft - achten Sie auch auf Nahrungs- und Trinkwasserhygiene. Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt über die möglichen Probleme bei der Auswahl Ihres Reisezieles.

Von Fernreisen ist schon wegen der Anreise per Flugzeug abzuraten: Flugangst, sauerstoffärmere Luft in der Flugkabine und die höhere Strahlungsbelastung in großer Flughöhe können die Schwangere wie das Kind bereits beeinträchtigen. Das lange Sitzen führt überdies zu einem erhöhten Thromboserisiko (Kleine Fluggymnastik) und die räumliche Enge von Sitz, Gängen und Toiletten kann in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten zum Problem werden. Erkundigen Sie sich frühzeitig über die Gegebenheiten in Ihrem Flugzeug.

Außerdem können die Maßnahmen zur Gesundheitsvorbeugung (z. B. Malariaprophylaxe, Impfungen etc.) das wachsende Kind gefährden. Prinzipiell sollten während der Schwangerschaft nur dringend notwendige Impfungen unter strenger Risikoabwägung durchgeführt werden. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten Impfungen, vor allem mit Lebendimpfstoffen, vermieden werden.

Impfungen und Malariaprophylaxe während der Schwangerschaft



Hier verzichten wir bewusst auf Pauschalinformationen. Einzig und allein die Individuelle Beratung durch einen erfahrenen Arzt erlaubt hier eine vernünftige Risiko-Nutzten-Abwägung einer Reise unter diesen "Umständen".

Mögliche Impfungen während der Schwangerschaft



  • Tetanus
  • Diphtherie (zweites u. drittes Trimenon)
  • Kinderlähmung (Injektions-/Totimpfstoff)
  • Hepatitis A und B,
  • Meningokokken-Meningitis.

Nur bei unbedingter Reisenotwendigkeit sind auch Impfungen gegen Typhus, Gelbfieber und Tollwut denkbar.

Verbotene Impfungen während der Schwangerschaft



  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Cholera
  • Japan-B-Enzephalitits

Läßt sich die Reise in ein Malariagebiet nicht vermeiden, sollten Sie neben einer Malariaprophylaxe (meist Chloroquin und Proguanil) die Mückenstiche selbst vermeiden durch weite Kleidung, die Hals, Arme und Beine bedeckt, und Moskitonetze.

Bei der Anreise im eigenen Auto können riskante Fahrmanöver, lange Stauzeiten und stundenlange Vibrationen durch schlechte Fahrbahnen die Schwangere in Stresssituationen versetzen. Schockreaktionen durch Unfälle können zu vorzeitigen Wehen und Blasensprung führen. Meiden Sie deshalb staugefährdete Strecken und Zeiten und machen Sie regelmäßig mindestens alle zwei Stunden eine Pause. Die Schwangere sollte dabei nicht selbst stundenlang am Steuer sitzen. Aber auch für sie gilt natürlich die Anschnallpflicht: Achten Sie darauf, dass der Bauchgurt unterhalb der Bauchwölbung (etwa auf Höhe der Schamhaargrenze) verläuft, damit das Kind nicht eingeschnürt wird.

Die Anreise mit dem Zug ist besonders für werdende Mütter geeignet, weil sie stressarm ist, die größte Bewegungsfreiheit und beste Notfallabsicherung bietet.

Checkliste Schwangerschaft



  • Stets in Begleitung reisen
  • Extreme Klimaveränderungen und riskante Unternehmungen meiden
  • Frühzeitig über notwenige Prophylaxemaßnahmen und deren Risiko informieren
  • Mutterpass mitnehmen
  • Notfallsätze in der Fremdsprache lernen ( z. B. "Ich bin schwanger und brauche ärztliche Hilfe")
  • Zuverlässige Schwangerschaftsbetreuung und ärztliche Hilfe sollte am Ferienort zur Verfügung stehen
  • Sobald Probleme auftreten, die im Ferienort nicht zuverlässig behandelt werden können, die Rückreise antreten
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