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Reisen mit Kindern



Kinder auf Reisen sind kein Problem, solange Urlaubsziel, die Art der Anreise und die Urlaubsdauer auf das Alter der Kinder abgestimmt sind.

Von Fernreisen mit kleinen Kindern raten die meisten Ärzte ab, da gerade in tropischen Gebieten der kindliche Körper durch heißfeuchte Klimabedingungen und möglicherweise notwendige Prophylaxemaßnahmen stark belastet wird. Das Verhalten von Kleinkindern ist besonders in hygienisch bedenklicher Umgebung riskant, weil sie beim Spielen am Boden, in Pfützen und mit Tieren schnell mit Krankheitserregern in Kontakt kommen. Jede Fernreise sollte bereits drei bis sechs Monate im Voraus geplant werden, um alle Vorsorgemaßnahmen abdecken zu können. Lassen Sie sich von einem tropenmedizinisch erfahrenen Arzt beraten.

Da der kindliche Organismus länger für die Umstellung auf die neuen Lebensbedingungen braucht, sollte eine Fernreise mindestens 14 Tage, im Idealfall vier Wochen dauern. Kurztripps in tropische Länder mit Kindern unter fünf Jahren sind riskant. Langzeitaufenthalte sind in der Regel kein medizinischer Grund, auf eine Reise mit Kindern zu verzichten. Allerdings müssen sich die Eltern in Gebieten mit schlechter Gesundheitsversorgung und hohem Malariarisiko mit der medizinischen Notfallversorgung vertraut machen und einen kinderärztlichen Ratgeber ins Gepäck aufnehmen (Reiseapotheke).

Sobald sich ein regelmäßiger Schlaf- und Essrhythmus eingestellt hat, können auch Säuglinge (ab ca. vier Monaten) auf die Reise gehen. Stillen ist bei Kleinkindern die sicherste und beste Ernährung auf Reisen: die Nahrung ist jederzeit und in der optimalen Zusammensetzung verfügbar, und es besteht maximaler Infektionsschutz und geringstes Infektionsrisiko. Denken Sie an genügend Babykost und Pflegemittel, falls diese im Reiseland nicht immer zu bekommen sind. Wenn Sie stillen, sollten Sie auch an eine Milchpumpe denken, um bei unregelmäßigem Essrhythmus des Kindes abpumpen zu können.

Für Kleinkinder sind vor allem milde Klimate geeignet, also keine extremen Temperaturen oder Orte in großen Höhen (> 1500 Meter). Ideal sind Sandstrände mit flachem, warmen Wasser, das natürlich nicht durch Abwasserkanäle oder nahegelegene Industrieanlagen verschmutzt sein darf. Schulkinder und Jugendliche verkraften schon stärkere Klimaschwankungen und je nach Kondition auch körperliche Aktivitäten in mehr als 1500 Metern Höhe.

Anreise



Die Bahn ist das optimale Verkehrsmittel für lange Strecken mit Kindern, weil sie während der Fahrt genügend Bewegungsspielraum haben. Wenn es gar nicht ohne Auto geht, sollten die Eltern zumindest den Autoreisezug in Erwägung ziehen. Ist in Bahn oder Auto eine Nachtfahrt möglich? Für Kinder verkürzt sich dadurch die "langweilige" Anreise, weil sie dann auch unterwegs meist schlafen. Im Auto sollten natürlich gute Kindersitze vorhanden sein. Regelmäßige Pausen nach spätestens zwei Stunden müssen sein, um den Kleinen Gelegenheit zum Austoben zugeben. Gewalttouren sind für Kinder völlig ungeeignet, auf langen Strecken ist deshalb eine Zwischenübernachtung einzuplanen (mit dem Auto unterwegs).

Eine Flugreise ohne regelmäßige Zwischenstopps dauert für Kinder viel zu lange, denn im Flugzeug steht kaum Bewegungsspielraum zur Verfügung. Buchen Sie deshalb rechtzeitig geeignete Sitzplätze am Gang, nahe der Toiletten und Wickeleinrichtungen. Durch die Klimaanlage kommt es insbesondere bei Kindern zu erhöhtem Flüssigkeitsverlust: Also auf ausreichendes Trinken achten. Kauen, Schlucken, Gähnen und Saugen beim Start und Landen hilft gegen die Ohrenschmerzen durch Druckunterschiede. Säuglinge und Kleinkinder sollten bei Start und Landung wach sein und trinken. Bei älteren Kindern sind Kaugummis sehr wirkungsvoll und beliebt.

Vor Ort



Falls eine Zeitverschiebung im Ferienort eine Rolle spielt, sollten Sie sich genau an die gewohnten Einschlafrituale halten. Insbesondere bei Kindern ist genau auf die Hygienegrundregeln zu achten, weil sie bei Infektionen des Verdauungstrakts viel schneller und empfindlicher als Erwachsene auf Flüssigkeitsverlust und Nährstoffmangel reagieren. Also: nur abgekochtes Leitungswasser trinken, kein rohes Fleisch oder Fisch essen, Vorsicht bei Salaten, Früchten und Speiseeis von der Straße. Stillen ist bei Kleinkindern die sicherste Ernährung auf Reisen: maximaler Infektionsschutz und geringstes Infektionsrisiko.

Außerdem reagiert die Kinderhaut empfindlicher auf Temperaturunterschiede (Hitze und Klimaanlage) und die Sonneneinstrahlung. Deshalb sollten sich Kinder immer nur mit Sonnenbrille (vom Optiker!), Kopfbedeckung und Sonnenschutzmittel - Schutzfaktor mindestens 15 - in der prallen Sonne aufhalten. Säuglinge und Kleinkinder gehören in den Schatten.

Ungetrübten Wasserspaß können alle genießen, wenn Kleinkinder bis 15 min und Schulkinder bis längstens 45 min im Wasser bleiben. Ein T-Shirt schützt dabei zusätzlich vor einem Sonnenbrand. Ist mit Steinen und Seeigeln zur rechnen, sollten Sie an Badeschuhe denken. Nach dem Schwimmen wird die nasse Badehose ausgezogen und eine trockene angezogen.

Bei anhaltenden Schmerzen, hohem Fieber, Blutungen, Atemnot, anhaltendem Erbrechen und Durchfall, Krämpfen, Entzündungen und schlecht heilenden Wunden, Nahrungs- und Flüssigkeitsverweigerung sowie hohem Gewichtsverlust sollten Sie auch im Urlaub umgehend einen Arzt aufsuchen.

Wieder zu Hause, sollten Sie für eine Nachuntersuchung bei Ihrem Kinderarzt oder gegebenenfalls bei einem Tropenarzt sorgen.

Checkliste Kinder



  • Kinderimpfung muss vor Abreise abgeschlossen sein: gegen Diphtherie, Tetanus, Polio, HIB, Masern-Mumps-Röteln, Hepatitis B. Impfung gegen Gelbfieber möglich ab Alter von 9 Monaten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die notwendigen Vorsorgemaßnahmen. (mehr Infos zu Impfungen)
  • Für ausreichenden Sonnenschutz und Insektenschutz sorgen.
  • Erkundigen Sie sich nach der ärztlichen Versorgung am Ferienort.
  • Achten Sie auf Anzeichen von Unwohlsein des Kindes: Säuglinge können auch bei "leichten" Erkrankungen ernsthaft gefährdet sein.
  • Bei hohem Fieber helfen Paracetamol-Zäpfchen und kühlende Wadenwickel. (mehr Infos zur Reiseapotheke)
  • Flüssigkeits- und Mineralienverlust durch Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall unbedingt ausgleichen, weil er für kleine Kinder schnell lebensbedrohlich wird. Gleichbleibende Hautelastizität am Kopf (Fontanellen), gleichmäßige Atmung und helle Urinfarbe sind normal.
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