Jetlag
Kaum im Hotel angekommen und den Koffer ausgepackt, überfällt die meisten Erwachsenen, seltener die Kinder, eine bleierne Müdigkeit. Verschiebungen bis zu drei Stunden sind meistens kein Problem, doch nach einem mehr als sechsstündigen Flug sind mitunter einige Tage nötig, um sich an die neue Zeitzone am Urlaubsort anzupassen.
Ursache für Schlafstörungen, Erschöpfungsgefühl, eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit und womöglich Übelkeit, Verdauungsstörungen und depressive Verstimmungen ist die innere Uhr des Menschen, die sich nur langsam auf den neuen Tag-Nacht-Rhythmus umstellen kann. Die hormonellen Prozesse, die diese innere Uhr steuern, arbeiten relativ selbständig und sind nur in zweiter Linie vom Lichtwechsel und Essens- und Schlafenszeiten abhängig. Dadurch sind aber eine Vielzahl von Körperfunktionen von der Zeitumstellung betroffen.
Nach Langstreckenflügen Richtung Osten verkürzt sich der Tag für den Körper und man hat Schwierigkeiten, zur angemessenen Ortszeit einzuschlafen. Umgekehrt wird auf Reisen gen Westen der Tag in die Länge gezogen und man wird zur zu früh müde. Die Zeitumstellung läßt sich nicht vermeiden, allerdings kann man sich darauf vorbereiten und die möglichen Symptome mildern:
- Gewöhnen Sie den Körper schon einige Tage vor Abflug an die neue Zeitzone: Vor Flügen nach Osten gehen Sie früher als üblich ins Bett, umgekehrt bleiben Sie vor Flügen nach Westen länger auf.
- Stellen Sie schon im Flugzeug Ihre Armbanduhr auf die neue Ortszeit um und orientieren Sie sich mit den Mahlzeiten danach.
- Vermeiden Sie alkoholische Getränke und Medikamente, die den Körper nur zusätzlich belasten.
- Über die Langzeitwirkung und mögliche Nebenwirkungen des vielfach als Wundermittel empfohlenen Melatonins, das auf die Zirbeldrüse im Gehirn wirkt und die innere Uhr "zurückstellt", ist noch wenig bekannt. Deshalb wird es vom Tropeninstitut Hamburg nicht empfohlen.
- Versuchen Sie, gleich nach der Landung gemäß der neuen Tag-Nacht-Rhythmik zu leben: Bleiben Sie im Westen auf, auch wenn Sie müde sind - eiweißreiche Kost hilft Ihnen, aktiv zu bleiben; versuchen Sie dagegen im Osten, sich zu entspannen - kohlenhydratreiche Speisen erleichtern das Einschlafen.
- Halten Sie sich am ersten Urlaubstag möglichst viel im Freien auf, aber nehmen Sie sich nicht zuviel vor, um den Körper nicht zu überfordern.
- Bei anhaltenden starken Kopfschmerzen, Übelkeit oder Durchfall und Depressionen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.


