Nahrung
Nahrung, die in Ländern mit schlechten Hygienebedingungen erworben wurde, sollte zunächst immer als potentiell infektiös betrachtet werden.
Größte Vorsicht ist geboten beim Verzehr von Nahrungsmitteln, die nicht frisch zubereitet wurden. Dies gilt besonders für Speisen auf "kalten Büffets", Eierspeisen, Pasteten, alle mit Mayonnaise zubereiteten Speisen, aber auch Speiseeis. Durch diese Speisen werden besonders leicht die Erreger von Typhus und Paratyphus übertragen.
- Fleisch muss immer gut durchgebraten oder gekocht sein, es darf keinesfalls roh genossen werden.
- Auch vom Verzehr roher Eier und nicht-pasteurisierter Nahrungsmittel, die solche enthalten (wie z. B. Mayonnaise), wird dringend abgeraten, da sie häufig mit Salmonellen besiedelt sind.
- Milch und Käse sind leider ausgezeichnete Nährböden für viele Krankheitserreger, z. B. für Rindertuberkulose und Durchfallerkrankungen. Daher muss Milch abgekocht und dann im Kühlschrank aufbewahrt werden.
- Der Kauf von lokal hergestellten Fetten und Ölen ist oft riskant. Wenn kein fabrikmäßig hergestelltes Speiseöl erhältlich ist, sollte man die örtliche Herstellung kennen, wo man das Öl kauft. Der Verzehr gepanschten Öls kann zu schweren Erkrankungen führen.
- Ist man aus sozialen Gründen gezwungen, einen Salat zu essen, kann der reichliche Gebrauch von Zitronensaft oder Essig die Infektionsgefahr etwas verringern.
Obst
Die alte Regel zum Genuss von Obst und Gemüse lautet: "Peel it, boil it, cook it or forget it" - auf alles verzichten, was man nicht schälen kann und was nicht gegart ist. Die Düngung von Gemüsepflanzen mit menschlichen oder tierischen Ausscheidungen ist sehr verbreitet. Außerdem erfolgen Transport, Verkauf und Verarbeitung häufig unter fragwürdigen hygienischen Bedingungen. Zur Keimreduzierung kann man Obst und Gemüse, soweit es nicht geschält oder gekocht werden kann, nach sorgfältigem Waschen und Schrubben mit einer Bürste eine halbe Minute in kochendes Wasser legen und danach mit sauberem Wasser abspülen.
Aber nicht nur Krankheitserreger können die Gesundheit beim Verzehr von Obst und Gemüse gefährden. In einigen Entwicklungsländern sind Pflanzenschutzmittel im Gebrauch, die hierzulande schon vor langer Zeit verboten wurden. Man muss daher damit rechnen, dass pflanzliche Nahrungsmittel u. U. in hoher Konzentration mit derartigen Fungiziden, Herbiziden und Insektiziden verunreinigt sind.
Dosen
Wer Nahrungsmittel in Dosen kauft, sollte darauf achten, dass diese nicht aufgetrieben oder eingedrückt sind. Im ersten Fall ist damit zu rechnen, dass der Doseninhalt mit gasbildenden Bakterien besiedelt ist. Gleiches gilt, wenn beim Einsetzen des Dosenöffners zischend Gas entweicht.
Bei eingedellten Dosen kann die innere Schutzschicht zwischen Blech und Doseninhalt verletzt sein. Man kann den Inhalt einer Dose nicht allein durch Betrachten oder Beriechen als sicher klassifizieren. Auffälliger Geruch oder ungewöhnliche Farbveränderungen sollten jedoch vor dem Verzehr warnen.
Vollwertige Ernährung
Grundsätzlich ist es in den meisten Ländern möglich, sich ausgewogen zu ernähren. Aus religiösen Gründen (z. B. rituelles Verbot, Schweinefleisch zu essen) oder aus Aberglauben ("Kinder, die Eier essen, werden Hühnerdiebe."), aber auch wegen saisonalen oder regionalen Mangels an Fisch, Früchten und Gemüse ist das Nahrungsmittelangebot allerdings manchmal beschränkt.
Wenn Eiweiß aus tierischen Quellen nicht erhältlich ist, kann der Bedarf durch Bohnen, Erbsen, Linsen und Nüsse gedeckt werden. Außerordentlich vielseitig und bereichernd für jede Küche sind die Kohlenhydrate, die unter anderen in Delikatessen wie Yams, Kassava oder Kochbananen enthalten sind. Deshalb sind Grundkenntnisse über die Hauptnahrungsmittel der lokalen Küche meist überaus hilfreich.


