Schlangenbisse
Giftige Schlangen in den Tropen stellen ein nicht unerhebliches Risiko dar. Im Gegensatz zur einheimischen Bevölkerung ist der Tourist jedoch selten betroffen. Unfälle passieren vor allem bei der Feldarbeit, selten im Haus.
Allgemeine Schutzmaßnahmen
- Tragen sie festes Schuhwerk sowie beinbedeckende feste Kleidung.
- Kontrollieren Sie immer Ihre Kleidungstücke vor dem Anziehen auf unliebsame "Untermieter".
- Greifen Sie nie ohne Sichtkontrolle hinter Schränke, unter Betten, in dunkle Ecken oder tiefe Gefäße
Schlangen gehen vor allem nachts auf Jagd. In manchen Regionen sind Giftschlangenbisse bei unzureichender medizinischer Versorgung, vor allem bei Kindern, mit einer hohen Zahl von Todesfällen begleitet.
Schutz
Tragen Sie hohes, festes Schuhwerk beim Wandern und im hohen Gras. Treten Sie fest auf. Schlangen werden aufgrund der Erschütterungen in den meisten Fällen die Flucht ergreifen noch bevor Sie sie selbst entdeckt haben sollten. Begegnen Sie doch einem Tier unerwartet, so verhalten Sie sich defensiv. Gehen Sie nicht auf das Tier zu, sondern treten Sie den geordneten Rückzug an. Kommt es jedoch zu einem Bisskontakt, so sollten Sie sich an folgende Erste-Hilfe-Regeln halten.
Wenn Sie gebissen werden
Nicht jeder Biss führt zu Vergiftungssymptomen, da häufig bei so genannten Abwehrbissen kein Gift in das Gewebe eingebracht wird. Jedoch sollte jeder Biss vorerst als komplikationsträchtige Vergiftung angesehen werden. Auch getötete Tiere sollten Sie nur mit einem Stock berühren, da Bissreflexe noch lange vorhanden sein können.
- Wichtigste Maßnahme: Unverzüglicher Transport zum nächstgelegenen Krankenhaus!
Erste-Hilfe-Maßnahmen sind auf das Notwendigste zu beschränken, um keine Zeit zu verlieren.
- Ruhe bewahren: Beruhigen Sie den Gebissenen (ggf. mit leichten Beruhigungsmitteln).
- Stellen Sie das betroffene Körperteil ruhig, Muskelkontraktionen bewirken eine schnellere Ausbreitung des Giftes im Körper
- Der Transport sollte wenn möglich liegend erfolgen.
- Entfernen Sie Ringe, Armbänder usw. wegen der sich ausbreitenden Schwellung.
- Wenn ärztliche Hilfe erst nach Stunden zu erreichen ist, verabreichen Sie Flüssigkeit in Form von Wasser oder Tee. Aber kein Kaffee, kein Alkohol!
- Gemäß aufkommenden Symptomen (Schock, Lähmung usw.) sind entsprechende Maßnahmen wie z. B. Schocklagerung oder Beatmung durch erfahrene Helfer oder besser Ärzte durchzuführen.
- Die Giftschlange sollte identifiziert werden, um gegebenenfalls ein für diese Schlange spezifiziertes Serum verabreichen zu können.
Folgende Methoden sind in jedem Fall zu unterlassen!
- Abbinden der Extremität (dies führt häufig zur Verstärkung der Gewebsverletzung)
- Aussaugen der Bissstelle
- Hineinschneiden in die Wunde
- Intensive Kühlung
- Einreiben der Wunde mit desinfizierenden Mitteln
Die Verabreichung von Schlangenseren (Gegengifte oder Antisera) gehört nicht zu den Erste-Hilfe-Maßnahmen! Antisera dürfen nur von einem Arzt, der auf alle Risiken und unter Umständen tödlichen Komplikationen vorbereitet ist, angewandt werden!


