Die Dekompressionskrankheit
Besonders gefürchtet von Tauchern ist die Dekompressionskrankheit (DCS), die durch die Freisetzung von Stickstoffbläschen entsteht. Beim Überschreiten einer gewissen Tauchzeit (Nullzeit) sammelt sich so viel Stickstoff im Gewebe, dass er beim Auftauchen nicht mehr vollständig abgeatmet werden kann und deshalb unter Bläschenbildung ausperlt (ähnlich wie in einer Flasche Sprudelwasser, bei der die Kohlensäure als Bläschen entweicht, wenn man durch Öffnen der Flasche den Aussendruck plötzlich senkt). Diese Blasen schädigen das Gewebe entweder direkt oder führen über eine Verlegung der Blutversorgung zu einem Sauerstoffmangel im Gewebe. Dabei ist die Menge des gelösten Stickstoffes von der Tauchtiefe und der Dauer des Tauchganges abhängig.
Symptome sind Juckreiz ("Taucherflöhe"), Kribbeln in den Gliedmaßen, Unwohlsein und Erschöpfung. Besonders bei Befall des Gehirnes kann es zu Lähmungen, Krämpfen und auch Bewusstlosigkeit kommen. Im Extremfall besteht akute Lebensgefahr. DCS- Erkrankte müssen umgehend in einer Dekompressionskammer behandelt werden. Die Zufuhr von 100 Prozent Sauerstoff zur Atemluft unterstützt dabei den Stickstoffabbau im Körper.
Zur Vorbeugung der Dekompressionskrankheit wird die Dauer und Tiefe eines Tauchganges vorher mit Hilfe so genannter Nullzeittabellen genau festgelegt und Sicherheitsstopps zum Abbau überschüssigen Stickstoffs in bestimmten Tiefen beim Aufstieg festgelegt.
Achtung, die meisten Dekompressionsunfälle passieren trotz Einhaltens der Richtlinien!
Bestimmte Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit eine DCS zu erleiden. Deshalb sind Nullzeittabellen nur Richtwerte, die der persönlichen Situation angepasst werden müssen.
Risikofaktoren für eine DCS
- Häufige Tauchgänge in kurzen Abständen
- Mangelnde Fitness
- Anstrengung unter Wasser
- Sinkende Wassertemperatur
- Übergewicht
- Alkoholkonsum
- Zu geringer Flüssigkeitsgehalt im Körper (Dehydratation)


